Gibt es einen KI-Telefonassistenten kostenlos?
Ausprobieren lässt sich ein KI-Telefonassistent bei fast jedem Anbieter kostenlos. Dauerhaft betreiben bei keinem. Das liegt nicht an der Preispolitik, sondern daran, dass jede verbundene Gesprächsminute den Anbieter Geld kostet, für die Telefonleitung und für das Sprachmodell. „Kostenlos“ meint deshalb im Markt drei verschiedene Dinge: eine befristete Testphase, eine Geld-zurück-Garantie oder einen dauerhaft kostenlosen Tarif mit engem Rahmen. Welches davon gemeint ist, entscheidet, was nach vier Wochen passiert.
Geprüft am 20. August 2026
Drei Dinge heißen kostenlos, und sie enden verschieden
Der Unterschied fällt nicht beim Start auf, sondern wenn die Frist abläuft.
| Was es ist | Was am Ende passiert | |
|---|---|---|
| TestphaseDer häufigste Fall im Markt. | Voller Zugang für eine feste Zahl an Tagen, meist ohne Zahlungsmittel | Nach Ablauf endet der Zugang oder es beginnt ein bezahlter Tarif |
| Geld-zurück-GarantieKlingt wie ein Test, ist aber ein Kauf. | Bezahlter Start mit Rückgaberecht innerhalb einer Frist | Wer die Frist verpasst, hat gekauft. Das Geld ist zuerst weg |
| Kostenloser TarifSelten, und immer eng begrenzt. | Dauerhaft 0 Euro, dafür wenig Volumen und meist kein Live-Telefon | Läuft weiter, bis der Umfang nicht mehr reicht |
| Open SourceDie Software ist frei, der Betrieb nicht. | Der Programmcode kostet nichts und darf selbst betrieben werden | Telefonanbindung, Sprachmodell und Server werden weiter berechnet |
Was die Anbieter im deutschsprachigen Markt kostenlos anbieten
Alle vier am selben Tag auf der jeweils eigenen Seite nachgelesen.
| Anbieter | Kostenloses Angebot | Art |
|---|---|---|
| elunos.ai | Free-Tarif, 300 Credits im Monat, ohne Zahlungsmittel | Kostenloser Tarif |
| IONOS | 30 Tage kostenlos testen, danach ab 39 Euro im Monat | Testphase |
| VITAS | 30 Tage kostenlos testen, Preise nicht veröffentlicht | Testphase |
| fonio | 30 Tage Geld-zurück-Garantie, Tarife ab 99 Euro netto | Geld zurück |
| Aaron (Doctolib) | Kein kostenloses Angebot veröffentlicht, Weg über Beratung | nicht veröffentlicht |
Grundlage sind die öffentlichen Produkt- und Preisseiten der Anbieter, abgerufen am 20. August 2026. „Nicht veröffentlicht“ heißt: dort stand dazu nichts. Es heißt nicht, dass es das Angebot nicht gibt. Angaben können sich seither geändert haben, und für jeden Anbieter ist der Anbieter selbst die Auskunft.
Warum dauerhaft kostenlos am Telefon nicht geht
Drei Posten, die bei jedem angenommenen Anruf anfallen, bei jedem Anbieter.
Die Leitung
Ein verbundener Anruf läuft über einen Telefonanbieter, und der rechnet je angefangene Minute ab. Diese Kosten entstehen unabhängig davon, ob am anderen Ende ein Mensch oder eine KI sitzt.
Das Sprachmodell
Zuhören, verstehen und antworten kostet Rechenzeit, und zwar für jede Sekunde des Gesprächs. Ein langes Gespräch ist deshalb teurer als ein kurzes, auch wenn beide nur ein Anruf sind.
Die Rufnummer
Eine eigene Nummer, unter der Anrufe ankommen, kostet monatliche Grundgebühr. Genau daran erkennt man einen kostenlosen Tarif: Er hat meistens keine.
Was der kostenlose Tarif von elunos kann und was nicht
Damit niemand erst nach der Anmeldung merkt, wo die Grenze liegt.
Enthalten
- Dauerhaft 0 Euro, kein Ablaufdatum und kein Zahlungsmittel nötig
- 300 Credits im Monat, das sind 300 Chat-Nachrichten oder rechnerisch 30 Telefonminuten
- Chat läuft live, mit echten Besuchern auf der eigenen Seite
- Telefonieren als Sandbox, um Gesprächsführung und Stimmen auszuprobieren
- Reports und Statistiken, dieselben wie in den bezahlten Tarifen
- Immer die neuesten Sprachmodelle, ohne Aufpreis
Nicht enthalten
- Keine eigene Rufnummer, unter der echte Kunden anrufen können
- Damit auch keine Anrufannahme im Echtbetrieb, dafür beginnt der Einstieg bei Core
- Keine Rufweiterleitung an Mitarbeitende
- Nur ein Gespräch gleichzeitig
Häufige Fragen
Zum Ausprobieren ja, im Echtbetrieb nein. Kein Anbieter im deutschsprachigen Markt nimmt dauerhaft kostenlos echte Kundenanrufe entgegen, weil jede verbundene Minute Kosten für Leitung und Sprachmodell verursacht. Kostenlose Tarife gibt es, aber sie enthalten keine eigene Rufnummer. Wer echte Anrufe annehmen will, landet bei jedem Anbieter in einem bezahlten Tarif.
Er läuft dauerhaft für 0 Euro, ohne Zahlungsmittel und ohne Ablaufdatum, und enthält 300 Credits im Monat. Das sind 300 Chat-Nachrichten oder rechnerisch 30 Telefonminuten. Der Chat läuft dabei live auf der eigenen Seite, das Telefonieren als Sandbox zum Ausprobieren. Eine eigene Rufnummer, unter der Kunden anrufen, gibt es ab dem Tarif Core.
Am 20. August 2026 warben IONOS und VITAS jeweils mit 30 Tagen kostenlosem Test auf der eigenen Seite. fonio nennt stattdessen eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie, was ein bezahlter Start mit Rückgaberecht ist und kein Test. Auf der Seite von Aaron, dem Telefonassistenten von Doctolib, stand kein kostenloses Angebot; der Weg dorthin führt über eine Beratung.
Nein, und der Unterschied kostet Geld. Bei einer Testphase zahlt man erst, wenn man sich entscheidet. Bei einer Geld-zurück-Garantie zahlt man zuerst und bekommt das Geld nur zurück, wenn man innerhalb der Frist kündigt. Wer die Frist übersieht, hat gekauft.
Es gibt frei verfügbare Bausteine für Spracherkennung, Sprachausgabe und Gesprächslogik, aus denen sich ein Telefonassistent selbst bauen lässt. Kostenlos ist damit der Programmcode, nicht der Betrieb: Telefonanbindung, Sprachmodell und Server werden weiterhin nach Verbrauch abgerechnet, dazu kommt die eigene Arbeitszeit für Einrichtung und Wartung. Für Unternehmen ohne eigenes Entwicklungsteam ist das in der Regel teurer als ein Tarif.
Die Einstiegstarife im deutschsprachigen Markt lagen am 20. August 2026 zwischen 39 und 99 Euro im Monat, wobei die Modelle nicht vergleichbar sind: IONOS rechnet nach Anrufen, fonio und elunos.ai nach Minuten beziehungsweise Credits. Achte beim Vergleichen außerdem darauf, ob ein Preis netto oder brutto genannt ist, das verschiebt die Zahl um fast ein Fünftel. Der Rechner auf unserer Preisseite zeigt, was die eigene Anrufmenge bedeutet.
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